Von dem Mädchen, das immer Heimweh hatte, zu der Frau, die kein Heimatgefühl mehr kennt

Ich bin gerne unterwegs. Ich brauche mir nichts vor zu machen. Ich weiß, dass ich vor Dingen fliehe. Vor Menschen, vor Gefühlen, vor der Vergangenheit, vor mir selbst. Ich bin rastlos geworden und ständig auf der Suche. Auf der Suche nach Vertrauen, auf der Suche nach Geborgenheit, auf der Suche nach mehr.

Und immer wieder passiert es mir, dass ich dabei zu viel von mir gebe. Ich vertraue zu schnell, lasse Menschen zu nahe an mich heran und werde am Ende wieder verletzt. Noch dazu verzeihe ich oft voreilig, was manchen die Möglichkeit bietet, mir mehrmals weh zu  tun und ich habe den Eindruck, dass sie das auch viel zu gerne machen. Ich habe mir vorgenommen, etwas mehr auf mich aufzupassen. Ich bin in dieses Jahr schon mit einer Enttäuschung gestartet und diese Enttäuschung hat es geschafft mich innerhalb eines Monats dreimal einzuholen und mir immer wieder eine schallende Ohrfeige zu verpassen. Ich hoffe, dass ich standhaft bleibe und es durchhalten kann, diesen Menschen außerhalb meines Lebens zu lassen. Und mit diesem Menschen möchte ich auch einen großen Teil der Twitterwelt außen vor lassen. Nämlich den Teil, der mir nicht mehr gut tut. Ich vermisse meinen Account, ich mag den Namen sehr und weiß, dass ich manches nur damit bewältigen konnte. Mittlerweile sind es aber so viele Menschen, die mich täglich lesen und denken, dass sie wissen, wer ich bin. Ich möchte das nicht. Ich will keine Erwartungen erfüllen müssen. Ich will nicht analysiert werden. Ich möchte wieder zurück zu mir. Ich möchte nicht mehr bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausbrechen, ich möchte mir nicht mehr Sorgen um 250 andere Accounts machen. Ich möchte nicht DMs schreiben, dabei falsch verstanden werden und tagelang dieser Person hinterherrennen, damit sie wieder mit mir spricht. Ich möchte nicht mehr das Wohlbefinden wildfremder Menschen über mein eigenes stellen. Ich will meine Gedanken loswerden und leichter weitermachen. Ich will für meine Freunde da sein, ich möchte wirklich wissen, wie es ihnen geht, und nicht erst mitbekommen, dass sie sich mies fühlen, wenn es schon fast zu spät ist. Ich will trotzdem meinen Weg gehen, auch wenn er mich 800 Kilometer von ihnen entfernt. Und ich weiß, dass das nicht der letzte Ortswechsel sein wird. Ich werde immer weiter ziehen. Und das ist gut so. Mein Zuhause ist der Weg.

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