Ich habe Twitter verstanden, zumindest ein bisschen

Wenn ich an Twitter denke, denke ich an Sterne. An die Sterne unter denen wir zu dritt vor der Bayerischen Staatsoper saßen und quatschten. Ich denke an eine Welle, die umgeben von Ostseesand zwischen zwei Plexiglasscheiben in meinem Regal ruht. Ich denke an einen Adventskalender, der mich jeden Tag im Jahr lächeln lässt. Ich denke an einen Glückswichtel, der an meinem Wecker lehnt. Ich denke an meinen ersten Städtetrip so ganz alleine hin zu wild fremden Menschen quer durchs Land. Ich denke daran, wie ich mich noch mehr in Hamburg verliebt, vor allem wegen der Menschen, die ich dort traf. Ich denke an die Flasche Elbwasser und das Gläschen Elbstrandsand in meinem Regal, neben dem Holzbrettchen, auf dem Wellen zu sehen sind, mein Name und der Twittervogel. Ich denke an das Bild, das auf dem Regal steht, an die anderen Bilder, die ich von diesem Twitterer kaufte und eines meinem besten Freund schenkte. Ich denke an mein absolutes Lieblingsbild. Ich denke an Alkohol, der während Gesprächen, beim Mario Kart spielen, auf einem Balkon in Hannover oder auf dem Tollwood floss. Ich denke an mein erstes Kölsch. Ich denke an Kaffee, an Bier auf dem Nachhauseweg, an Fußballspiele, an einen Kuss. Ich denke an Worte, für immer gefesselt auf Papier, auf den Postkarten, die mittlerweile nicht nur die Wand in meiner Küche, sondern auch die Leine hinter meinem Bett bewohnen. Ich denke an Bücher über eine Männer-WG, eine rüstige Rentnerin, Katzen und viel mehr, die in einem eigenen Fach neben meinem Bett stehen. Ich denke an einen Roadtrip, an Umarmungen, an strahlende Augen, an Stimmen, an Lachen, an einen Hund, an zwei Hunde, an die Weser, an zwei Väter, an eine Mutter, an einen Abend im Kino, an neue Städte, an Averna, an einen Aschefleck, der sich zwar nicht auf meinem, aber dennoch dem gleichen Kleid befand, an Weißwein, an meine Beanie, die mir jeden Tag die Ohren wärmt, an Zugfahrten, an einen Kaffee der zum Zug gebracht wurde, an ein Eis an der Alster, die Bank, eine Skizze davon, einen Tee an gleicher Stelle zwei Monate später, den Sonnenaufgang über Hamburg, eine Flaschenpost, an Sternschnuppen, an Regen und Kälte, an Sonne und Wind, an Smartphones, die weggelegt wurden, an euch und mich. Ich denke an Worte, an Emotionen, an Menschen.

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