Ich bin Charlie

„Ein schwarzer Tag für die Pressefreiheit in Europa“ (Reporter ohne Grenzen)

Journalisten riskieren immer wieder ihr Leben. Es ist eine erschreckend lange Liste mit Reportern, Fotografen und Karikaturisten, die ihr Leben für die Berichterstattung ließen. Ich denke an Faisal Qureshi, einen Mitarbeiter der The London Post, der jahrelang Morddrohungen erhielt und 2011 in Pakistan ums Leben kam. „Police reports said Qureshi’s throat had been cut and described his body as showing signs of torture“ (The Express Tribune). Ich denke an Anja Niedringhaus, eine Fotojournalistin, die in die Kriegsgebiete reiste und mit ihren Fotos Geschichten erzählte (http://blogs.mprnews.org/newscut/2014/04/anja-niedringhaus-humanity-in-her-own-pictures/), die 2014 in Afghanistan erschossen wurde. Seit gestern denke ich an Stéphane Charbonnier, Jean Cabut, Georges Wolinsiki und Bernard Verlhac, kurz an Charb, Cabu, Wolinsiki und Tignous, die am 7. Januar bei einem Terroranschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo ermordet wurden.

„Je suis Charlie“ –  „I am Charlie“ – „Ich bin Charlie“

Ich habe eine Stimme, die gehört werden kann. Ich habe meine eigene Meinung. Ich habe einen Stift, ich habe Wörter, ich habe die Kraft zu kämpfen. Ich habe die mächtigste Waffe der Welt: Freie Gedanken.

Ich habe die Kraft für die großartige Presse- und Meinungsfreiheit einzustehen. Ich habe die Kraft gegen Vorurteile zu kämpfen. Ich habe die Kraft auf die Straße zu gehen und der ganzen Welt zu zeigen, dass es Menschen gibt, die sich nicht unterkriegen lassen. Ich habe die Kraft für andere zu kämpfen.
Und ihr habt sie auch.

Liebe Lehrer, seht euch im Französischunterricht Karikaturen der Charlie Hebdo an, analysiert im Deutschunterricht die Reden unserer Politiker, zeigt ihnen, die Schockstarre, in der sie sich, unfähig zu handeln, befinden. Werdet nicht müde im Geschichtsunterricht zu betonen, wie viele für die Freiheit der Presse und das Recht auf eine eigene Meinung ihr Leben ließen. Macht sie vertraut mit Pegida. Erklärt ihnen, was dahinter steckt, zeigt ihnen, welche Mittel verwendet werden, um Mensche zu beeinflussen. Gebt nicht auf ihnen Zusammenhänge zu erklären. Zeigt ihnen, wie es vor nicht einmal hundert Jahren zum Holocaust kommen konnte. Zeigt ihnen wie machtvoll die Medien sind, wie sie eingesetzt werden, sowohl für das Gute als auch für das Schlechte. Gebt euren Schülern alle Informationen, die sie brauchen, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Gebt ihnen die Fähigkeit für diese Meinung einzustehen und zu kämpfen, dafür auf die Straßen zu gehen und nicht aufzugeben. Gebt unserer Gesellschaft eine Chance auf eine Zukunft, in der wir aus unserer Vergangenheit gelernt haben und begriffen haben, dass Hautfarbe, Religion und politische Gesinnung keine Gründe für Blutvergießen sind.

Lasst uns nicht die Augen verschließen, lasst uns offen durch die Welt gehen und zeigen, dass wir da sind.

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